Ein Geothermie Bohrturm unseres kooperationspartners RAG Drilling Energy GmbH, der auch nach Gauting kommen soll. (Foto: RAG Archiv)

Gilching/Gauting (15.12.2016) Die Asto Park Gauting Entwicklungsgesellschaft, die Heizwerk-Management GmbH und die RAG-Energy Drilling verfolgen gemeinsam ein Geothermie Projekt, welchen auf großes Wohlwollen stößt. Unter anderem sagte Jens Rindermann von den Grünen „Das wäre super, wenn das klappt“.

Bitte entnehmen Sie weitere Informationen dem beigefügten Pressspiegel.

Mehrere Abnehmer haben Interesse an der Erdwärme signalisiert, die im Westen des Landkreises gewonnen werden soll

Der Sonderflughafen bei Oberpfaffenhofen könnte versorgt werden, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Gilchinger haben Interesse und auch im Westen Gautings könnten sich Abnehmer für Erdwärme finden: „Wir haben einige erfolgreiche Gespräche geführt“, berichtete Astopark-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich am Dienstag im Bauausschuss den Gautinger Gemeinderäten. Zusammen mit in diesem Metier erfahrenen Firmen treibt er ein Geothermie-Projekt auf dem Gelände des geplanten Gautinger Gewerbegebiets in der Nähe der Lindauer Autobahn voran. In den kommenden Wochen erwartet er die dafür nötige bergrechtliche Erlaubnis vom bayerischen Wirtschaftsministerium. Nächster Schritt soll dann eine Machbarkeitsstudie sein; unter anderem, um zu erkunden, wie viele Häuser und Firmengebäude mit Erdwärme beheizt werden könnten. Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen: „So ein Tiefbohrprojekt dauert in der Regel vier Jahre“, sagte der Hydrogeologe Achim Schubert von der Firma Erdwerk im Bauausschuss.

Schubert und Schulte-Middelich gehen mit detaillierten Informationen über ihr Geothermie-Projekt erst jetzt an die Öffentlichkeit, nachdem sie etwa ein Jahr im Verborgenen daran gearbeitet haben. Dazu wurde eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet, deren Hauptaufgabe es war, sich die Bergrechte zu sichern. Diese Aktivitäten gingen bisher „unter der Wahrnehmungsschwelle der Öffentlichkeit“ vonstatten, wie sich Schulte-Middelich ausdrückte. So wollte er vermeiden, dass ein privater Konkurrent dazwischenfunkt. Da nun der Antrag beim Ministerium liegt, besteht diese Gefahr nicht mehr. Der Kraillinger Kiesunternehmer Baldur Trinkl hatte dort mehrere Jahre lang die Rechte für so ein Projekt im Westen von Gauting, sie aber nicht genutzt. Jetzt könnten die Realisierungschancen besser aussehen.

Die Asto Business Group ist ein Projektentwickler und Investor, der sich auf Standorte mit einem hohen Anteil an technologiebasierten Unternehmen und auf industrielle Einzelobjekte spezialisiert ist und vor allem im Umfeld des Flughafens Oberpfaffenhofen schon einige Vorhaben umgesetzt hat. Kooperationspartner Erdwerk befasst sich nach eigenen Angaben seit 14 Jahren mit dem Thema Geothermie und hat unter anderem Projekte in Aschheim, Sauerlach und Unterföhring umgesetzt. Sie haben knapp 92 000 Bohrmeter fachlich betreut. Den technischen Part soll die österreichische Bohrfirma RAG Energy Drilling GmbH übernehmen, die auch über eigenen Bohrgeräte verfügt. Mit dabei ist auch der Diplom-Ingenieur Christian Feiks, der seit Jahren eng mit Erdwerk zusammenarbeitet.

Das Untersuchungsgebiet, für das beim Wirtschaftsministerium die Bergrechte beantragt wurden, umfasst 53 Quadratkilometer und erstreckt sich vom Norden Gilchings bis Oberbrunn im Süden, vom Weßlinger See bis Frohnloh im Westen. Die geologischen Voraussetzung schätzt Firmenchef Schubert als sehr günstig ein. Besonders aufschlussreich ist für ihn eine Kohlenwasserstoffbohrung bei Unterbrunn in den Siebzigerjahren. Dort stieß man in einer Tiefe von 2670 Metern auf 99 Grad heißes Wasser. Diese Energie zu erschließen, nannte er in seiner Präsentation im Gautinger Bauausschuss ein „Investment in die Zukunft“, von dem noch Generationen profitieren könnten.

Im Ausschuss stieß das Projekt auf großes Wohlwollen. „Das wäre super, wenn das klappt“, sagte Jens Rindermann von den Grünen. Und UBG-Gemeinderat Richard Eck regte an, den Westen Gautings auf jeden Fall in die Machbarkeitsstudie aufzunehmen, denn dort könnten der Schulcampus mit Gymnasium, Realschule und Hauptschule, die Asklepios-Klinik und auch ein geplantes Neubaugebiet beim ehemaligen Apparatebau-Firmengebäude angeschlossen werden. Dort könne man sogar einen Anschlusszwang im Bebauungsplan festlegen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 14. Dezember 2016

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